Liebesjammer

Es sull sich fei kaanr mit dr Liebe vullmachn,
Denn se brocht schu viele Bossn im ihr Laabn un schlimm're Sachn.
Es hot mr mei Annl de Trei ogesogt
Des sei eich geklogt,

Ich wor ja su machtig in mei Annl verschossn
Se hot mr gesaat, se will mich niemols verlossn
Da kimmt duch zim Teifel in Neibert sei Kurt,
un schu wor se furt.

Nu schmeckt mr kaa Assn un nu schmeckt mr aa kaa Trinkn.
Am liebstn do würd' ich nei 'n Budn versinkn.
Mr is immr iebl un gar nischt meh racht.
Denn de Manschn sei schlacht.

Und tust de mit deinm Maadl zim Tanz mol ausgiehe,
Dann bleb fei am bestn ganz dicht bei'r stiehe.
Un tanzt se noort glei mit dann Kriebln un Wichtn,
Vur selche Maad do haaßt's flichtn.

Und bi ich gestorbn, dann gibt's nischt ze lachn
Tut vum Schreiner vier Brattr in mei Grobloch neikrachn.
Un vergaßt net zwee feirige Harzn drauf ze moln.
Ich kaa’s ja bezohln. Er kaa's ja bezohln!

Dann mißt'r mr noch e feierlichs Tuudnlied singe.
Hier liegt nu dr Esel in dr Quer un in dr Länge.
Er hot sich verplempert, kunnt ze Liebn net aufhern.
Ze Draack sull er warn! Ja, ze Draack sull er warn!

Liebesjammer

Es soll sich der Mensch nicht mit der Liebe abgeben,
Denn die Liebe hat vernichtet schon so manches junge Leben.
Es hat mir mein' Trine die Treu abgesagt.
Das sei euch geklagt, tütürütü tütü.

Ich war ja so schrecklich in die Trine verschossen.
Mein Herz war mit Zucker und Honig begossen.
Da kommt doch zum Teufel der Müller sein Franz,
Und er führt sie zum Tanz.

Nun schmeckt mich kein Essen und nun schmeckt mich auch kein Trinken.
Am liebsten da würd' ich in den Boden versinken.
Ich geh auch nicht mehr mit die anderen Knechte,
Denn die Menschen sind schlechte.

Und tut man mit seinem Mädchen zum Tanze ausgehen,
Dann bleibt man am besten ganz dicht dabei stehen.
Und tanzen sie gleich mit die anderen Knechte,
Solche Mädchen sind schlechte.

Und wenn ich gestorben, dann müßt ihr mich begraben.
Dann lass ich vom Schreiner vier Bretter abschaben.
Darauf dann zwei feurige Herzen drauf malen.
Ich kanns ja bezahlen.

Dann müßt ihr ein feierliches Totenlied singen.
Hier liegt nun der Esel, die Quer und die Längen.
Er hat sich verplempert mit Liebe so fern.
Zu Dreck soll er wer'n!